TOP Ö 4: Auswirkungen des Brexit auf die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen und im Rhein-Kreis Neuss

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Beschluss:

Der Kreisausschuss nimmt die Präsentation zu den Auswirkungen des Brexit auf die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen und im Rhein-Kreis Neuss zur Kenntnis.


Protokoll:

Herr Rainer Hornig, Vertreter der NRW.Invest GmbH, erläuterte anhand einer Präsentation  (s. Anlage 1) die Auswirkungen des Brexit auf die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen und im Rhein-Kreis Neuss.

 

Kreistagsabgeordneter Dieter Welsink merkte an, dass der Vortrag deutlich mache, welche Bedeutung die britische Wirtschaft in der Region habe und dass man sich mit dem Thema Brexit intensiv auseinander setzen müsse.

 

Auf Nachfrage von Kreistagsabgeordneten Dieter Welsink, welche Bedeutung die Wirtschaft für die Braunkohleindustrie der Energiewirtschaft in der Region habe und wie viel Wirtschaftskraft verloren gehen könnte, antwortete Herr Rainer Hornig, dass der Kontakt mit ausländischen Firmen gesucht werde und die Energiepolitik nicht im Fokus der Arbeit der NRW.Invest GmbH stünde.

 

Kreistagsabgeordneter Rolf Kluthausen fragte nach, welche Möglichkeiten bestünden, das Europäische Arzneimittelinstitut aus London in die Region zu holen.

 

Herr Rainer Hornig antwortete, dass, sobald der Brexit umgesetzt werde, EU-Institute in Großbritannien ihre Standorte verlagern würden. Zunächst würden sich die Nationen für eine Umsiedlung der Unternehmen einsetzen, sodass diese den Zuschlag erhielten. Die Standortwahl spiele für ausländische Unternehmen eine große Rolle, sodass ein Wettbewerb zwischen Firmen nicht ausgeschlossen sei. Man könne zwar Gespräche führen und Standorte anbieten, am Ende entscheide aber die Bundesebene über den Ansiedlungsort ausländischer Unternehmen.

 

Kreistagsabgeordnete Doris Hugo-Wissemann sagte aus, dass bis zum Vollzug des Brexits noch einige Jahre vergehen werden, es sei aber interessant zu erfahren, ob die in Nordrhein-Westfalen angesiedelten britischen Unternehmen diesen Standort wieder verlassen würden.

 

Dies sei eher unwahrscheinlich, informierte Herr Rainer Hornig. Die meisten Firmen würden vorerst nichts ändern wollen und keine neuen Investitionen nach Großbritannien vergeben, bis es klare Entscheidungsgrundlagen gebe.

 

Auf Nachfrage von Kreistagsabgeordneter Erhard Demmer, ob es bereits erste Anfragen von Unternehmen aus Großbritannien hinsichtlich einer Verlagerung von Unternehmen gebe, antwortete Herr Rainer Hornig, dass es bereits 120 Anmeldungen von Unternehmen gebe und wahrscheinlich sei, dass gute Projekte in die Region kämen.

 

Kreistagsabgeordnete Kirsten Eickler erkundigte sich, ob es ausreichend Flächen für Firmen gebe. Es bestünde die Gefahr, dass der Standort an Attraktivität verliere, falls nicht genügend Wohn- und Gewerbeflächen zur Verfügung stünden. 

 

Unsere Regionen hätten deutlich geringere Immobilien- und Gewerbepreise als Großbritannien, führte Herr Rainer Hornig aus. Die Attraktivität für den Standort in Nordrhein-Westfalen sei daher noch immer gegeben.

 

Kreistagsabgeordneter Bertram Graf von Nesselrode stellte klar, dass über die konkreten Auswirkungen des Brexits noch nicht viel bekannt sei und erklärte, dass britische Unternehmen bei europaweiten Ausschreibungen nicht mehr mitbieten könnten.

 

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke erklärte, dass die Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreises Neuss in engen Kontakt mit der NRW.Invest GmbH stehe, so dass über aktuelle Entwicklungen zeitnah informiert werde.