Beschluss: zur Kenntnis genommen

Abstimmung: Ja: 23, Nein: 0, Enthaltungen: 0, Befangen: 0

Beschluss:

Der Kulturausschuss nimmt den Bericht von Frau Broens und Herrn Burggraf der Ramboll Management Consulting GmbH zur Kenntnis.


Protokoll:

Vorsitzender Beyen erteilte Herrn Burggraf und Frau Broens das Wort, die zunächst einen Zwischenstand über die Befragungen der Kulturschaffenden und der Kulturverwaltung gaben. 160 Kulturschaffende und 60 Vertreterinnen und Vertreter der Kulturverwaltungen haben dabei Stärken und Schwächen formuliert, die vom Ramboll nach Themen geclustert wurden. So sei z.B. das Kulturangebot als vielfältig und abwechslungsreich, aber auch als eher lokal statt regional beschrieben worden. Bei den Zielgruppen sei ein Bedarf für junges Publikum festgestellt worden. Bei den Kooperationen wurde die Unterstützung durch Politik und Verwaltung hervorgehoben, gleichzeitig sei aber auch auf zu wenige Kulturförderungen und viele bürokratische Hürden hingewiesen worden. Im Bereich der Infrastruktur seien insbesondere das große Einzugsgebiet mit kulturstarkem Umland, eine schlechte Erreichbarkeit der Kulturangebote durch den ÖPNV sowie beschränkte Ausstellungsmöglichkeiten ausgemacht worden.

 

Die Befragung der Öffentlichkeit laufe derzeit noch. Hier bat Herr Burggraf um eine weitere Werbung für die Befragung. Erste Fokusthemen für Workshops seien anhand der vorliegenden Umfrageergebnisse gefunden worden: „Netzwerke und Kooperationen“, „Kulturmarketing und-Kommunikation“, hier stelle sich insbesondere die Frage, wie das kulturelle Angebot allen Interessierten zugänglich gemacht werden könnte, und „Kultur für junge Menschen“. Eine finale Abstimmung der Workshops erfolge in der Sitzung der Steuerungsgruppe am 5.11.2021. In einer Abschlussveranstaltung würden die Ergebnisse der Workshops zusammengefasst.

 

Vorsitzender Beyen merkte an, dass die Tonqualität der Videokonferenz nicht optimal sei und bat um Übersendung der Präsentation sowie einer Aufbereitung der bereits vorliegenden Befragungsergebnisse der Kulturschaffenden und Kulturverwaltung.

 

Herr Ackburally gab an, dass die angesprochenen Schwächen, wie z.B. die beschränkte Verfügbarkeit von Kulturräumen, ein im Bereich der Kommunen angesiedeltes Thema sei, wo der Kreis nur unterstützend tätig werden könne. Um einen verbesserten Austausch mit den Kommunen herzustellen, bestehe die Möglichkeit, die Vertreter der städtischen Kultur in den Ausschuss des Kreises einzuladen. Spannend finde er auch das Bestreben, mehr kulturelle Angebote für junge Menschen zu schaffen. Hier stelle sich zunächst die Frage, wie man junge Menschen überhaupt abholen könne. Hierzu sei entsprechende Grundlagenarbeit von Ramboll zu leisten. Er sei gespannt auf das Ergebnis.

 

Herr Lonnes berichtete, dass im Projekt auch die Politik der Kommunen involviert sei. Nach seinem Kenntnisstand sei der interkommunale Kulturentwicklungsplan auch Thema in den dortigen Kulturausschüssen gewesen. Für die Workshops werde man auch Einladungen an die Vertreter der Politik aussprechen, so dass sich diese dort einbringen könnten.

 

Zur Beteiligung der Jugend ergänzte Frau Broens, dass der Workshop für Jugendliche gemeinsam mit Jugendlichen organisiert werde und dann im Rahmen von Zoomkonferenzen stattfinden solle. Es sei ferner beabsichtigt, die Stimmen der Öffentlichkeitsbefragung im Hinblick auf Jugendliche und junge Erwachsene separat auszuwerten, um dort weitere Erkenntnisse zu erlangen.

 

Frau Dr. Flick wies darauf hin, dass es sich bei dem Kulturpublikum um eine inhomogene Gruppe handele. Sie fragte bei Herrn Spanjer nach, was er für Erfahrungen in der Ansprache seines Publikums gemacht habe.

 

Herr Spanjer führte aus, dass Schloss Dyck viele junge Familien mit Kindern durch die Spielplätze erreiche und dann erst wieder das Publikum ab 50 Jahre. Die Altersspanne dazwischen habe er erstmalig mit dem Lichtfestival erreicht. Im regulären Parkbetrieb sei dies schwierig, Corona habe geholfen, da der Park immer geöffnet gewesen sei. Er habe jedoch keine Patentlösung und erhoffe sich vom interkommunalen Kulturentwicklungsplan Unterstützung bei der Ansprache von bestimmten Zielgruppen.

 

Herr Lonnes merkte an, die Bedarfe der Menschen müssten immer wieder neu überprüft und die verschiedenen Gruppen gezielt angesprochen werden.

 

Herr Welsch merkte an, dass für Jugendliche und junge Erwachsene aufgrund der anderen Wahrnehmung von Kunst und Kultur innovative Veranstaltungsformate gefunden werden müssten. Er bittet um eine Information, was konkret geplant sei.

 

Frau Broens kündigte an, im Rahmen des Workshopverfahrens zu schauen, auf welchen Kanälen das junge Publikum erreicht werden könne.

 

Frau Wienands wies darauf hin, dass es neben der Vorlage keine ergänzenden Unterlagen gebe und bat um Nachreichung mit der Niederschrift. In der Fraktion sei diskutiert worden, dass die Befragungen nicht repräsentativ seien, da diese alle selbst gestreut wurden. Zudem könnten Mehrfachrückmeldungen nicht ausgeschlossen werden, wenn kein entsprechender Filter eingebaut sei. Hier sehe sie noch einen Erläuterungsbedarf. Zudem fragte sie nach, wie sich die Steuerungsgruppe zusammensetze und wie die Zusammensetzung der Workshops erfolge. Neben den jungen Menschen sollten auch andere Altersgruppen miteinbezogen werden, ebenso produzierende Künstler und konsumierende Menschen. Sie hoffe, dass dies im Konzept alles zusammengeführt werde und wünschte sich mehr Informationen. Dass es zu wenige finanzielle Förderungen gebe und zu wenig öffentliche Räume für die Kultur zu Verfügung stünden, sei als Ergebnis der Befragung nicht neu.

 

Frau Broens kündigte an, dass sie aufgrund der schlechten Webex-Verbindung schriftliche Antworten zu den Fragen geben werde, die dem Protokoll beigefügt werden könnten. Bei konkreten Fragen dürften sich die Ausschussmitglieder gerne direkt am Ramboll wenden.

 

Herr Lonnes merkte an, dass die Zusammensetzung der Steuerungsgruppe bereits bekannt sei, diese setze sich aus Vertretern der Kommunen und des Kreises zusammen. Die Stadt Neuss sei in der Steuerungsgruppe nicht vertreten, da diese eine eigene Kulturentwicklungsplanung erstelle. Sie sei aber zu einem gemeinsamen Austausch mit dem Rhein-Kreis Neuss und den Kommunen bereit. Am 5.11.2021 würden in der Steuerungsgruppe die Themen der Workshops festgelegt. Die Vertreter der Politik würden dann zu den Workshops eingeladen.

 

Frau Teppler-Lenzen bestätigte, dass die Kultur es bei Menschen mittleren Alters immer schwer gehabt habe, da sich dort Interessen verschieben. Die heutige Jugend habe ein vielfältigeres Kulturerlebnis als früher. So gebe eine größere Zahl an Angeboten, wie z.B. bei der Stiftung Schloss Dyck die Spielplätze, das grüne Klassenzimmer oder Shakespeare-Aufführungen. Aber hier seien innovative Ideen gefragt, um die Altersklasse auch weiterhin an die Kultur zu binden.

 

Frau Küpper trug vor, dass für Kinder und Jugendliche Projektarbeit in Workshops eine interessante Sache sei. Sie habe als Kunstlehrerin festgestellt, dass die Kreativität der Kinder nicht zu unterschätzen sei, wenn man ihnen Freiraum lasse.

 

Herr Beyen dankte den Vertretern vom Ramboll für den Vortrag. Die Beantwortung der Fragen, die Auswertung der Umfragen für Kulturschaffende und die Kulturverwaltung sowie die Präsentation würden dem Protokoll beigefügt. (Präsentation - Anlage 1, Auswertung der Umfragen Kulturschaffende und Kulturverwaltung – Anlage 2 und die Beantwortung der Fragen - Anlage 3).