Betreff
Gemeinsames Digitalisierungsprojekt: Aufbau eines „Digitalen Zwillings“
Vorlage
VI/1248/XVII/2022
Art
Beschlussvorlage

Beschlussempfehlung:

 

Der Kreistag beschließt die Teilnahme am Kooperationsprojekt „Aufbau eines digitalen Zwillings“. Die Kreisverwaltung übernimmt die Federführung in enger Abstimmung mit den beteiligten kreisangehörigen Kommunen und wird einen entsprechenden Förderantrag beim Land NRW stellen.

 

 

Sachverhalt:

 

 

Den „Digitalen Zwilling“ gemeinsam anpacken – darauf haben sich Landrat und die Bürgermeisterin und Bürgermeister der Kommunen Dormagen, Grevenbroich, Jüchen, Kaarst, Korschenbroich, Meerbusch und Rommerskirchen verständigt. Nach der Richtlinie für Zuwendungen des Landes Nordrhein-Westfalen zur Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit vom 31. August 2021 gewährt das Land Zuwendungen für vorbildhafte interkommunale Kooperationsprojekte. Für den Förderantrag sind Beschlüsse der Gremien der Beteiligten notwendig.

 

Sachverhalt

 

Das Digitalisierungsprojekt „Digitaler Zwillling“ wurde vom IT-Dezernenten des Kreises als Kooperationsprojekt zwischen Kreis und kreisangehörigen Kommunen am 3.11.2021 in der HVB-Konferenz vorgestellt und im Arbeitskreis der IT-Leitungen (IKEA) am 28.11.2021, 27.1.2022, 21.2.2022 fachlich vertiefend behandelt. Die Stadt Neuss hat am 8. März mitgeteilt, dass sie am gemeinsamen Digitalisierungsprojekt der Kreisgemeinschaft nicht teilnehmen möchte.

Wegen der besonderen Zustimmung aus den sieben anderen Kommunen, der Bedeutung für regionale und für die digitale Stadtplanung, -entwicklung sowie für künftige Smart City-Lösungen möchte der Rhein-Kreis Neuss das Projekt auch ohne die Stadt Neuss gemeinsam anpacken.

 

Die mögliche Förderhöhe nach der Förderrichtlinie interkommunale Zusammenarbeit des MHKBG NRW verringert sich ohne die Stadt Neuss von 420.000 Euro auf voraussichtlich max. 350.000 Euro , gleichzeitig reduzieren sich aber auch die Gesamtkosten (auf sechs Jahre Laufzeit verteilt) von rd. 900.000 auf rd. 720.000 Euro, die über den Kreishaushalt finanziert werden sollen.

 

Kooperationsprojekt Aufbau „Digitaler Zwilling“

 

Der öffentliche Raum des Kreisgebietes (ohne Stadt Neuss) soll mit speziellen Vermessungsfahrzeugen befahren und gescannt werden. Die Projektlaufzeit beträgt sechs Jahre und staffelt sich in drei Befahrungen mit Spezialfahrzeugen (alle zwei Jahre). Ziel ist es, durch die Befahrungen und Anbindung der vorliegenden digitalen Befliegungsdaten einen „Digitalen Zwilling“ für alle teilnehmenden Kommunen und Kreis zu erstellen. Dadurch erhalten die beteiligten Kommunen Zugriff auf hochaufgelöste, georeferenzierte und dreidimensionale 360-Grad-Bilddaten, vergleichbar einer virtuellen Realität (VR).

 

Die breite Geo-Datenbank ermöglicht Kommunen und Kreis künftig die Visualisierung von Planungsvorhaben und Simulationsmodellen in den Bereichen Mobilität, Verkehr, Bau, Klima, Umwelt, Wirtschaft etc.


Sie dient ferner als Basis für intelligente Smart City-Anwendungen (KI-Technologien, Sensordatennutzung etc.) und neue Geschäftsmodelle und ist daher auch vor dem Hintergrund des Strukturwandels in der Region von besonderer Bedeutung.

 

Die Vorteile des gemeinsamen Vorgehens liegen – nicht nur wegen der Fördermöglichkeit durch das Land NRW - auf der Hand: Eine Ausschreibung, einheitlich nutzbare Daten, auch kommunalgrenzenüberschreitende Planungen (z.B. Einsatzplanung für Rettungsdienst, Feuerwehr, Sicherheits- u. Katastrophenschutz, Verkehr usw.) werden erleichtert.

 

Durch das Digitalisierungsprojekt werden auch Ressourcen eingespart, aufwendige Vor-Ort-Termine entfallen und viele Arbeitsprozesse lassen sich zeitsparender und kostengünstiger in den acht beteiligten Verwaltungen durchführen.

 

Nach Vorliegen aller erforderlichen Beschlüsse wird der Rhein-Kreis Neuss einen entsprechenden Förderantrag beim MHKBG NRW stellen und nach erfolgreichem Bescheid eine Ausschreibung in enger Abstimmung mit den beteiligten Kommunen vorbereiten.