Berichtszeitraum: Juni - August 2025
Beschlussvorschlag:
Der Kreisausschuss berät die Vorlage der Verwaltung und nimmt diese zur Kenntnis.
Sachverhalt:
1.1
Projekt
- Launchcenter für die Lebensmittelwirtschaft
Das LCL wird von Hochschule Niederrhein und Rhein-Kreis Neuss getragen
und zielt auf Innovationen in der Lebensmittelindustrie. Das LCL bietet eine
Plattform, um Wissen und Technologien der Hochschule Niederrhein und weiterer
Forschungseinrichtungen für Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft im
Rhein-Kreis Neuss und im gesamten Rheinischen Revier nutzbar zu machen.
Die geförderten Stellen im Rhein-Kreis Neuss sind seit dem 01.09.
besetzt. Zu diesen zählen die stellv. Projektleitung (Start Juni 2025),
Projektmanagerin Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit (Start August 2025) und
Projektassistenz (Start September 2025). Zur Besetzung der Stellen konnten
Mitarbeiterinnen mit entsprechenden Expertisen in den Bereichen Agrar- und
Lebensmittelwissenschaft gewonnen werden.
Zurzeit wird intensiv an der Geschäfts- und Organisationsplanung sowie
dem Management und Betrieb des LCL gearbeitet. Seit Juni werden
Renovierungsarbeiten, vor allem in den geplanten Büroräumen durchgeführt,
welche voraussichtlich im September 2025 durch das Projektteam bezogen werden.
In Bezug auf den Umbau des Erdgeschosses werden aktuell die technischen
Planungen zu Elektro- und Sanitärinstallationen sowie zur Ausstattung und
Aufbau des Technikums mit Hochdruck vorangetrieben. Gemeinsam erarbeiten RKN
und Hochschule darüber hinaus aktuell Schwerpunkte des LCL- Angebots in der
Hochlaufphase und für das Jahr 2026.
Neben diesen Entwicklungen erfolgte im Juli innerhalb von Workshops die
Erarbeitung der Markenwerte. Basierend darauf werden weiterführenden Arbeiten
zur Namensfindung sowie zur Erstellung von öffentlichkeits- und
marketingwirksamen Maßnahmen, wie z. B. Logo und Homepage, durchgeführt.
1.2
Projekt
- Tourismus vor dem Hintergrund des Strukturwandels im Rhein-Kreis Neuss
Im Rahmen des Strukturwandel-Förderprogramms
„REVIER.GESTALTEN - Tourismus“ wurde aus dem Rhein-Kreis Neuss durch ZS6 eine
Projektskizze eingereicht, welche die touristische Nutzung der
Rheinwassertransportleitung vorsieht.
Das Konzept dieses Projektansatzes mit dem
Titel „Rhein ins Revier“ wurde durch die Zukunftsagentur Rheinisches Revier,
dem MWIKE, PTJ und der Bezirksregierung Köln als äußerst attraktiv bewertet,
insbesondere die interkommunale Aufstellung sowie kreisübergreifende Wirkung explizit
hervorgehoben. Das Einreichen von anknüpfenden Projekten zu dem Projekt „Rhein
ins Revier“ für die anstehenden Förderaufrufe wurden explizit begrüßt.
Aktuell wird das übergeordnete touristische
Konzept weiter geschärft. Der Anspruch den Wandel für die nächsten Jahrzehnte
touristisch nutzbar zu erschließen, damit die Vorzüge der Region im Wandel
einer breiten überregionalen Öffentlichkeit näherzubringen und die Region als
neue touristische Destination mit einzigartigen Stärken zu etablieren stehen dabei
im Fokus. Der Rhein-Kreis Neuss soll damit als ein wesentlicher touristischer
Treiber und Anziehungspunkt im Rheinischen Revier hervorgehoben werden.
Der Blick auf die industrielle Historie
steht dabei ebenso im Fokus, wie der Blick in eine nachhaltige,
wirtschaftsstarke Zukunft mit neuen touristischen Räumen.
Aktuell arbeitet ZS6 gemeinsam mit der Stadt
Grevenbroich, der Stadt Dormagen, der Gemeinde Rommerskirchen, der
Zukunftsagentur Rheinisches Revier und der Agentur erlebnisplan intensiv daran
den Ansatz und die Projektskizze in Richtung eines Förderantrags
weiterzuqualifizieren.
1.3
Potenzialstudie
zur Ansiedlung von Unternehmen aus der Halbleiterindustrie im Rhein-Kreis Neuss
- Fokus Quantentechnologie
Das Vorhaben zur Ansiedlung der Halbleiterindustrie
im Rhein-Kreis Neuss bettet sich nahtlos in die aktuellen strategischen
Entwicklungen des Rheinischen Reviers mit Blick auf die Digitalwirtschaft ein.
Während diese Ansätze bislang schwerpunktmäßig das Ziel verfolgen, digitale
Technologien, Anwendungen und Infrastrukturen anzusiedeln (Von der Kohle zur
KI), kann ein Halbleiter-Hub als Treiber für die Ansiedlung von
Hardwaretechnologien bis hin zur Produktion fungieren. Hier gilt der
Zusammenhang: Ohne Chips keine Digitalisierung.
Zudem machen Halbleiter die aktuellen
Entwicklungen im Bereich der KI (Künstliche Intelligenz) erst möglich. Beide
Technologiefelder sind somit untrennbar miteinander verbunden - die Ansiedlung
der Halbleiterindustrie in der Region scheint daher geradezu der nächste
logische Schritt im Strukturwandel des Rheinischen Reviers zu sein.
In der Gesamtschau der
Halbleiter-Potenzialstudie, sowie der durchgeführten Trendanalyse zu
Quantentechnologien, die Profiteur von Entwicklungen in der Halbleiterindustrie
sind, lässt sich zusammenfassen, dass der Rhein-Kreis Neuss über eine
ausgesprochen gute Ausgangssituation
verfügt.
Hier setzt die erweiterte Betrachtung mit
dem Fokus auf Quantentechnologien an:
In der möglichen Spezialisierung des
Halbleiter-Clusters auf Quantentechnologien wird eine große Chance gesehen, das
Interesse (internationaler) Investoren zu wecken und damit die
Realisierungspotenziale des Gesamtvorhabens zur Ansiedlung eines Clusters
deutlich zu erhöhen.
Die regionale Gesamtentwicklung wird dabei
durch die strategische Ausrichtung des Rheinischen Reviers als „Digital- und
Quantenregion“ maßgeblich unterstützt. Diese vorteilhaften Zusammenhänge gilt
es in weiterführenden Prozessen, die durch ZS6 geführt und verstetigt werden,
zielgruppen- und bedarfsgerecht näher zu betrachten.
1.4
Revierbahn-West
Der Strukturwandel im Rheinischen Revier
eröffnet neue Chancen für eine zukunftsfähige Mobilität. Mit einer Raumanalyse
und anschließender Machbarkeitsstudie zur Revierbahn West prüft go.Rheinland
gemeinsam mit den beauftragten Gutachtern, Kommunen und zentralen Akteuren der
Region die Grundlagen für ein leistungsfähiges, klimafreundliches Schienennetz.
Eine Auftakt- und Informationsveranstaltung
zur Revierbahn West fand am 08.07.2025 im großen Sitzungssaal des
Rhein-Erft-Kreises in Bergheim statt.
Die Machbarkeitsstudie (Umsetzungszeitraum
2025 - 2027) verfolgt folgende Ziele:
·
Prüfen
der Realisierbarkeit einer Schienenverbindung in der Achse
Aachen-Jülich-Erftachse durch das Rheinische Revier in zweigleisiger,
elektrifizierter und barrierefreier Form
·
Ermitteln
einer besseren Erschließung bestehender und geplanter Siedlungsbereiche sowie
Industrie- und Gewerbeflächenpotenziale im Rheinischen Revier und Anbindung an
die Metropolen, Köln, Düsseldorf und Aachen
·
Es
wird untersucht, wie die Netzwirkung durch eine bestmögliche Verknüpfung,
Erhöhung der Taktung, Einrichtung neuer und Attraktivierung vorhandener
Haltepunkte verbessert werden kann.
- Braunkohlenplanung
A. Aktuelle Termine
1. Braunkohlenausschuss
Die 176. Sitzung des Braunkohlenausschusses bei der Bezirksregierung Köln findet am 26.09.2025 statt. Der Braunkohlenausschuss wird sich u. a. mit dem Braunkohlenplanänderungsverfahren des „Braunkohlenplans Garzweiler II, für das aufgrund des vereinbarten Kohleausstiegs geänderte Tagebauvorhabens befassen. Weiterhin ist ein Bericht der Steuerungs- und Koordinierungsgruppe Rheinisches Revier zum Wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzept vorgesehen. Über den Verlauf der Sitzung wird dem Kreisausschuss im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung berichtet werden.
- Energiewirtschaft
3.1 H2-Leitungssystem Rommerskirchen(Hoeningen)-Wesseling
Im Oktober 2024 hat die Bundesnetzagentur das Wasserstoff-Kernnetz genehmigt und die Fernleitungsnetzbetreiber damit beauftragt, die deutschlandweite Infrastruktur für den Wasserstofftransport bereitzustellen.
Die Erdgasfernleitungen im Rhein-Kreis Neuss werden durch Thyssengas
GmbH und Open Grid Europe GmbH (OGE) betrieben. Die Gasverteilung zu den
Abnehmern findet über die Verteilnetze der Verteilnetzbetreiber statt.
Nach der erfolgten Zustimmung der Bundesnetzagentur (BNetzA) zum Antrag
der Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) soll das Wasserstoffkernnetz ab Ende 2032
bzw. spätestens ab Ende 2037 in Deutschland betriebsbereit sein. Im Rhein-Kreis
Neuss wird mit einer Umstellung von drei existierenden Leitungen bis Ende 2030
geplant (H2ercules: St. Hubert - Glehn, H2ercules: Glehn - Voigtslach, Glehn-Bergheim:
Glehn - Bergheim), die Neubauleitung (Delta-Rhine-Corridor (DRC): Glehn - Ludwigshafen)
soll bis Ende 2032 fertiggestellt werden.
Zusätzlich zu dem Wasserstoffkernnetz ist eine Versorgungsleitung zum
Gaskraftwerk Fortuna am Standort Lausward in Düsseldorf geplant. Diese wird
nach dem aktuellen Planungsstand entlang bestehender Erdgasleitungen durch den
Neusser Hafen verlaufen. Das Kernnetz verläuft mittig durch den Rhein-Kreis
Neuss und teilt sich in Glehn nochmal in Richtung Osten nach Dormagen und
weiter nach Süden auf.
Mit dem Projekt Rommerskirchen (Hoeningen)-Wesseling soll das Rheinland an das entstehende Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen werden. Hierzu werden bestehende Erdgas-Leitungen umgerüstet und durch Neubau-Abschnitte miteinander verbunden, sodass ein rund 50 Kilometer langes H2-Leitungssystem entsteht. Um die sichere Erdgasversorgung der Region auch während des Übergangs zur Wasserstoffnutzung zu gewährleisten, wird zusätzlich eine neue Erdgas-Leitung von Hoeningen (Rommerskirchen) nach Oberaußem (Bergheim) gebaut. Diese wird von Beginn an „H2-ready“ geplant, um perspektivisch auch Wasserstoff transportieren zu können.
Im Vorfeld eines anstehenden Planverfahrens werden derzeit durch das Unternehmen Thyssengas die umweltfachlichen Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren erstellt.
