Betreff
Regionalarbeit, hier: Regionale Kulturförderung des Landschaftsverbandes Rheinland im Jahr 2012
Vorlage
40/1597/XV/2012
Art
Tischvorlage

Beschlussempfehlung:

Der Kreisausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

Sachverhalt:

Der Landschaftsausschuss der Landschaftsversammlung Rheinland hat in seiner Sitzung am 09.12.2011 beschlossen, die nachfolgend aufgeführten Projekte des Rhein-Kreises Neuss zu fördern.

 

So wird das Kulturzentrum Sinsteden zu den sieben Todsünden unter dem Titel „Völlerei oder der Tanz mit dem Beelzebub“ eine Ausstellung konzipieren. Hervorgehoben werden soll dabei die gegenseitige Einflussnahme von Kunst und Kultur auf die Gesellschaft und umgekehrt im Wandel der Zeit. Ein Katalog ist ebenso vorgesehen wie ein Gesprächskreis, der den Teilnehmern die Gelegenheit geben soll, sich spielerisch mit dem Thema Völlerei auseinanderzusetzen. Vorträge über „Fasten und Völlerei“ und „Ernährung damals und heute“ runden das Thema ab. Der Landschaftsverband Rheinland fördert das Vorhaben mit 8.000,- €, beantragt war eine Förderung von 12.000,- € bei geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 24.000,- €.

 

Das Internationale Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“ plant für 2012 eine Veröffentlichung von Dialekt-Liedgut im Rheinland, um dieses Kulturgut wieder stärker in das Bewusstsein zu rücken. Dieses Werk soll im Rahmen einer Veranstaltung mit Musikern, Chören und Gruppen der Rheinischen Musikszene im Kulturzentrum Zons dem Publikum vorgestellt und verteilt werden. Dafür erhält das Internationale Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“ vom Landschaftsverband Rheinland 10.000,- € ausschließlich für Werbung und die Kosten einer Publikation rund um das Projekt. Bei geplanten Gesamtkosten in Höhe von 20.000,- € war beim Landschaftsverband Rheinland eine Fördersumme von 14.500,- € beantragt. Neben Einnahmen und einem Zuschuss des Vereins zur Pflege und Förderung der Mundart von insgesamt 1.000,- € wird der Rhein-Kreis Neuss Eigenmittel in Höhe von 4.500,- € für das Projekt einsetzen.

 

Seitens des Rhein-Kreises Neuss ist beabsichtigt, in der neu gestalteten Parkanlage des Kulturzentrums Zons eine repräsentative Auswahl von Pflanzen aus Europas größter Hortensiensammlung eines belgischen Sammlers zu pflanzen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Anschließend sollen die Pflanzen wissenschaftlich bestimmt und katalogisiert werden. Nach Abschluss der Maßnahme sind Führungen für die Öffentlichkeit sowie eine Publikation der Ergebnisse vorgesehen. Hierfür erhält der Rhein-Kreis Neuss unter der Voraussetzung, dass die Sammlung im Rhein-Kreis Neuss bleibt, eine Förderung in Höhe von 2.500,- € bei 5.000,- € geschätzten Gesamtkosten.

 

Neben dem Rhein-Kreis Neuss haben sich weitere Städte/Institutionen um die bedrohte Hortensiensammlung beworben, entsprechend einem Protokoll der Bundesarbeitsgemeinschaft Pflanzensammlungen kommen zurzeit drei Standorte in Frage: Stadt Andernach, Schloss Dyck und das Kulturzentrum Zons. Die abschließende Entscheidung wird seitens der Bundesarbeitsgemeinschaft Pflanzensammlungen getroffen.

 

Beantragt war weiterhin seitens des Archivs im Rhein-Kreis Neuss eine Förderung in Höhe von 10.000,- € für die „Erschließung historischer Quellen in westfälischen Adelsarchiven“. Das von Herrn Dr. Frese, ehemaliger Mitarbeiter des Westfälischen Archivamtes, im Rahmen eines Projektes zusammengestellte Rohmaterial soll nun gesichtet, strukturiert und publiziert werden, um es für andere Regionen zugänglich zu machen. Begleitend dazu soll ein Symposium für Historiker und Archivare durchgeführt werden. Für diesen Antrag wurde eine Förderung im Rahmen der Mittel der Regionalen Kulturförderung abgelehnt, aber auf die Möglichkeit hingewiesen, dass eine Förderung aus anderen Mitteln des Landschaftsverbandes Rheinland erfolge könnte. Hierzu wurde um eine Kontaktaufnahme mit dem LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum gebeten, dem der Rhein-Kreis Neuss gerne nachkommt.

 

Der Antrag des Verbandes der evangelischen Kirchengemeinde in Neuss und der katholischen Pfarreiengemeinschaft Neuss Mitte auf Förderung eines gemeinsamen, deutschlandweit einmaligen Projektes, die Schaffung von sieben Stationen eines ökumenischen Kreuzweges in der Öffentlichkeit der Stadt Neuss gestaltet vom Künstler Prof. Markus Lüpertz, wurde nach Beratung mit dem Landschaftsverband Rheinland zurückgezogen. Der Antrag wird überarbeitet und im Jahr 2013 erneut gestellt.

 

Bereits am 6.9.2011 wurden die beiden Anträge zu den Musikfestivals „Niederrhein Musikfestival 2012“ und „Festival Alte Musik 2012“ abgelehnt, da beide Anträge bereits in den Vorjahren seitens des Landschaftsverbandes Rheinland unterstützt wurden. Nach den Förderrichtlinien des Landschaftsverbandes Rheinland werden keine Fortsetzungs- und Wiederholungsmaßnahmen gefördert.

 

Darüber hinaus wurde seitens des Fördervereins des Landwirtschaftsmuseums des Kulturzentrums Sinsteden ein Förderantrag auf den Anbau einer Remise zur Unterstellung von landwirtschaftlichen Geräten in Höhe von 20.000,- € beim Landschaftsverband Rheinland gestellt; die Entscheidung steht jedoch noch aus, da hierüber nicht im Rahmen der Regionalen Kulturförderung, sondern im Rahmen der Museumsförderung entschieden wird.