Betreff
Modellprojekt: Präventive Hausbesuche (präv.HB)
Vorlage
53/1980/XV/2012
Art
Beschlussvorlage

Beschlussempfehlung:

 

Der SGA nimmt das vorgelegte Konzept zur Umsetzung präventiver Hausbesuche im Rhein-Kreis Neuss zustimmend zur Kenntnis. Auch das vorgesehene Finanzierungskonzept wird befürwortet. Es sieht eine Drittelfinanzierung vor (Rhein-Kreis Neuss sowie zwei weitere Partner). Werden diese Partner nicht für die Co-Finanzierung gewonnen, wird das Projekt nicht stattfinden. Der SGA beschließt, das Projekt auf die so genannte Wunschliste für das HH-Jahr 2013 zu setzen.

 

 

Sachverhalt:

 

Seit 2006 engagiert sich der Rhein-Kreis Neuss auf dem Gebiet der Gesundheitsförderung im Alter. Hintergrund ist eine zunehmende Verschiebung der Bevölkerungsstruktur in Richtung Alter mit den damit verbundenen Herausforderungen. Um das System langfristig finanzierbar zu halten, bedarf es der Erschließung präventiver Potenziale im Alter.

Projekte zur Sturzprävention  sowie zur Optimierung von Zahngesundheit und Mundhygiene wurden seitdem auf den Weg gebracht. 2010 wurde schließlich das Aktionsprogramm „Gesundheitsförderung im Alter“ vom SGA und von der Gesundheitskonferenz verabschiedet. Dieses Aktionsprogramm sieht u. a. als eine Handlungsoption die Umsetzung präventiver Hausbesuche vor. Das Gesundheitsamt hat jetzt mit Unterstützung durch den Arbeitskreis „Gesundheitsförderung im Alter“ ein Umsetzungskonzept erarbeitet. Dieses Konzept ist als Anlage beigefügt.

Stichwortartig werden im Folgenden die wesentlichen Merkmale dieses Konzeptes genannt:

Strukturen / Abläufe

-       Mit dem Konzept „präv. HB“ werden keine neuen Strukturen geschaffen. Dieses Modul der aufsuchenden Altenhilfe wird stattdessen vorhandene Beratungs- und Hilfsstrukturen ergänzen.

-       Bereits existierende Beratungsstellen im Stadtteil (oder ähnliche Einrichtungen) koordinieren die präventiven Hausbesuche (dafür müssen Finanzressourcen zur Verfügung gestellt werden - siehe Konzeptentwurf).

-       Fachkräfte führen Besuche durch, zuvor Ankündigung durch städtisches Anschreiben (mit Bild der Besuchsperson).

 

 

Ziele

-       Die Selbstständigkeit älterer Menschen wird erhalten und somit der Verbleib in der gewohnten häuslichen Umgebung möglichst lange ermöglicht.

-       Soziale Teilhabe findet (wieder) statt.

-       Die örtliche Vernetzung der Hilfsstrukturen wird optimiert (sofern möglich).

-       Hilfen sind bekannt und werden bei Bedarf in Anspruch genommen (z.B. Kurse zur Sturzprävention).

-       Die Kosten der Heimunterbringung sinken ab dem dritten Projektjahr.

Ganz wichtig:

-       Die Besuche sind selbstverständlich freiwillig und für die Seniorinnen und Senioren kostenlos.

 

Weitere Details sind dem Konzeptentwurf zu entnehmen.

 

Das Gesundheitsamt und das Sozialamt überlegen derzeit gemeinsam, wie die Projekte "Präventive Hausbesuche" und „Betreutes Wohnen zu Hause“ verknüpft werden können. Beide Projekte weisen große Schnittmengen auf, daher erscheint eine gemeinsame oder zumindest aufeinander abgestimmte Vorgehensweise in hohem Maße sinnvoll zu sein