Betreff
Markierungslösungen zur Sicherung des Fahrradverkehrs außerorts am Beispiel der K 10 zwischen Noithausen und Barrenstein
- Vorstellung der Planung
Vorlage
66/731/2009
Art
Beschlussvorlage

Beschlussempfehlung:

 

Der Nahverkehrs- und Straßenbauausschuss nimmt die Ausführungen zustimmend zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, die Maßnahme K 10 Radweg von Grevenbroich – Noithausen (K 22) bis zum Ortseingang Grevenbroich-Barrenstein aus dem Anhang des Kreisstraßenbauprogramms herauszunehmen und als Baumaßnahme in das Erneuerungsprogramm 2010 einzustellen und im Rahmen der notwendigen Deckenerneuerung auf der K 10 umzusetzen.

Darüber hinaus wird die Verwaltung beauftragt, alle notwendigen Schritte zur Realisierung der Pilotmaßnahme im Rhein-Kreis Neuss einzuleiten.

 

Sachverhalt:

 

Die Förderung des Fahrradverkehrs hat in Nordrhein-Westfalen eine lange Tradition. Das Land NRW ist heute unbestritten Radfahrland Nr. 1 in Deutschland und engagiert sich — im Rahmen eines Modellvorhabens für die Radverkehrsförderung — für die Weiterentwicklung von Planungsinstrumenten zur Sicherung des Fahrradverkehrs außerorts. Alleine in NRW existieren ca. 20.000 km Straßen außerorts, die keine Sicherung für den Fahrradverkehr aufweisen.

 

Grundsätzlich besitzt außerorts der baulich abgesetzte gemeinsame Fuß- und Radweg im Zweirichtungsverkehr den Vorzug respektive die größten Einsatzbereiche zur Sicherung des Fahrradverkehrs, doch lassen die begrenzten Fördergelder mittel- und langfristig diesbezüglich keine Realisierung solcher Maßnahmen erwarten, so dass anderweitige Wege gesucht und beschritten werden müssen, um ohne kosten- und zeitintensive Lösungen solchen Fällen entgegentreten zu können.

Unter Berücksichtigung dieser Aspekte ist das Ziel zur Förderung des Radverkehrs außerorts eine flächenhafte, kostengünstige und verhältnismäßig schnell realisierbare Sicherung des Radverkehrs mittels Markierungslösungen.

 

Ziel des Modellvorhabens des Landes NRW „Sicherung des Fahrradverkehrs außerorts durch Markierungslösungen“ ist somit die Entwicklung von systematischen Planungsempfehlungen für Streckenabschnitte, Konfliktbereiche und Knotenpunkte, so dass kurzfristig auch außerorts eine fundierte Sicherung des Fahrradverkehrs mittels Markierungslösungen gewährleistet ist.

 

Bei der Entwicklung der Planungsempfehlungen im Rahmen des Modellvorhabens des Landes NRW, war das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen aus Aachen maßgeblich beteiligt. Im Bereich der Regionalniederlassung Ville–Eifel des Landesbetriebes Straßenbau NRW wurden durch das Ingenieurbüro bereits mehrere vorbildhafte Straßenbaumaßnahmen zur Sicherung des Fahrradverkehrs außerorts geplant und umgesetzt.

 

Auch der Rhein-Kreis Neuss engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich der innovativen Radverkehrsförderung, beispielsweise wurde bereits 1985 das Pilotprojekt „Radverkehrs- und Beschilderungsplan Kreis Neuss“ mit Unterstützung des Landes NRW umgesetzt.

Das Radwegenetz im Rhein-Kreis ist bereits zum Großteil sicher und komfortabel zu befahren. Zur Gewährleistung eines zusammenhängenden sicheren Radverkehrsnetzes bedarf es jedoch auf einigen Streckenabschnitten außerorts einer kurzfristigen Lückenschließung bzw. Neuanlage von Sicherungselementen, so dass der Fahrrad- und Fußgängerverkehr zukünftig gesichert geführt werden kann.

Hierzu hat die Verwaltung den außerörtlichen Streckenabschnitt der Kreisstraße K 10 zwischen Grevenbroich-Noithausen und Grevenbroich-Barrenstein als Pilotprojekt für innovativen Radwegebau vorgesehen. Der Streckenabschnitt verfügt über entsprechende Flächenreserven in Form von beidseitig befahrbaren Seitenstreifen. Dem Fahrrad- und Fußgängerverkehr stehen bei der K 10 keine separaten Sicherungselemente in Form eines baulich abgesetzten gemeinsamen Fuß- und Radweges zur Verfügung. Dem Fuß- und Radverkehr bietet sich in diesem Zusammenhang lediglich die Möglichkeit, die befahrbaren Seitenstreifen zu nutzen.

Für den Streckenabschnitt der K 10 zwischen Noithausen und Barrenstein sollen nunmehr — unter Berücksichtigung der vorliegenden Ergebnisse des Modellvorhabens des Landes NRW — durch das beauftragte Ingenieurbüro Kaulen Lösungen für den Fahrrad- und Fußgängerverkehr mittels Markierungslösungen und gezielten baulichen Maßnahmen Lösungen entwickelt werden.

 

Herr Kever vom Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen wird in der Sitzung die Planung vorstellen und über den aktuellen Sachstand des Pilotprojektes berichten.