Betreff
Bauvorhaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Kreisverband Neuss e.V. Kindertageseinrichtung im Eickerender Feld / Stephanusstraße in Kleinenbroich
Vorlage
51/0864/XVII/2021
Art
Beschlussvorlage

Beschlussempfehlung:

Aufgrund der äußerst prekären Kostenentwicklung im Baubereich stimmt der Kreisjugendhilfeausschuss ausnahmsweise der zusätzlichen Förderung in Höhe von bis zu 50 % = 366.000 € der ungedeckten Kosten in Höhe von 732.000 € zu.

Die Erhöhung der Kosten ist hinsichtlich ihrer Berechtigung von der baufachlichen Stelle des Rhein-Kreises Neuss zu prüfen.

Die Kosten sind in der Haushaltsplanung für 2022 zu berücksichtigen.

 

Sachverhalt:

Mit Beschluss des Kreisjugendhilfeausschusses vom 23.06.2020 und Bescheid des Kreisjugendamtes vom 10.03.2021 wird die Errichtung der o.a. Kindertageseinrichtung mit Mitteln des Rhein-Kreises Neuss gefördert.

Darüber hinaus hat das Landesjugendamt mit Bescheid vom 03.03.2021 eine Zuwendung bewilligt.

Mit dem Antrag vom 03.09.2021 hat das DRK dem Kreisjugendamt mitgeteilt, dass die Kosten für die Baumaßnahme um 19.5 % ansteigen werden.

 

Die Finanzierung und Kostenentwicklung stellt sich wie folgt dar:

 

Ursprüngliche anerkennungsfähige Kosten:           3.731.533,20 €

Zuwendung des Landes vom 03.03.2021:            2.673.000,00 €

Zuschuss des Kreisjugendamtes vom 10.03.2021:    380.766,60 €

 

Kosten laut Mitteilung vom 03.09.2021:               4.492.000,00 €

Bisher finanzierte Kosten:                                 3.760.000,00 €

Derzeit nicht gedeckte Kosten:                            732.000,00 €

Zusätzlicher Kreiszuschuss:                                 366.000,00

Kreiszuschuss insgesamt:                                     746.766,60 €

 

Aufgrund der prekären Situation am Markt für Baustoffe und aufgrund der spärlichen und teuren Rückmeldungen bei den öffentlichen Ausschreibungen hat der vom DRK beauftragte Architekt die Kosten für die Baumaßnahme mit dem o.a. Ergebnis neu berechnet.

 

Die massiven Kostensteigerungen sind nicht auf Änderungen in der Bauplanung zurückzuführen.

 

Einige Gründe für die Erhöhung der Kosten:

·         Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stiegen die Erzeugerpreise für Baustoffe wie Holz, Stahl oder Dämmmaterialien deutlich:

·         Konstruktionsvollholz verteuerte sich im Mai 2021 um 83,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat,

·         Dachlatten um 45,7 % und Bauholz um 38,4 %.

·         Nicht nur die gestiegenen Holzpreise, auch die Stahlpreise treiben die Kosten auf dem Bau in die Höhe: Betonstahl in Stäben war im Mai 2021 um 44,3 % teurer,

·         Betonstahlmatten kosteten 30,4 % mehr als im Mai 2020. Betonstahl wird unter anderem zur Verstärkung von Bodenplatten, Decken oder Wänden eingesetzt.

·         Hauptgründe für die anziehenden Holz- und Stahlpreise dürfte die steigende Nachfrage im In- und Ausland während der Corona-Pandemie sein sowie Probleme in der Versorgung mit Rohstoffen.

Zur Verdeutlichung der Kostenentwicklung wird die Graphik des statistischen Bundesamtes eingefügt.