Betreff
Open Data - anschauliche Darstellung der Schuleingangsuntersuchungen
Vorlage
53/2972/XVI/2018
Art
Bericht

Beschlussvorschlag:

Der Sozial- und Gesundheitsausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis.

 

Sachverhalt:

Die Auswertung von Daten und der Aufbau georeferenzierter Zeitreihen zu Schuleingangs-Untersuchungen eröffnet neue Möglichkeiten der Analyse und Prognose im Gesundheitsbereich

 

Der Rhein-Kreis Neuss stellt mit seinem Online-Kartendienst im Geo-Portal Rhein-Kreis Neuss nun auch Daten des Gesundheitsamtes für die Bürger/innen bereit und liefert damit einen wertvollen Beitrag zur Stärkung gemeinschaftlicher Belange. Dieser Dienst kommt nicht nur den Erwartungen an Open-Data und Open Government und dem wachsenden Informationsbedarf der Bürger/innen entgegen, sondern wird auch den Anforderungen des E-Government-Gesetzes NRW gerecht.

 

Im Frühjahr 2018 beschlossen das Gesundheitsamt sowie das Vermessungs- und Katasteramt des Rhein-Kreises Neuss die Umsetzung eines Gemeinschafts-/Schnittstellenprojektes. Ziel war zum einen, die Ergebnisse der jährlichen Schuleingangs-Untersuchungen als Karte den Nutzenden zur Verfügung zu stellen, zum anderen, die E-Government-Entwicklung des digitalen zwischenbehördlichen Informationsaustausches voranzutreiben (E-Administration). Initiatoren des Projektes waren Dr. Michael Dörr - Leiter des Gesundheitsamtes - sowie Michael Fielenbach - Leiter der Abteilung Geodatenmanagement – und Dr. Petra Kießling, Projektkoordinatorin beim Rhein-Kreis Neuss.

 

Für eine reibungslose E-Administration wurden die Ergebnisse der Schulneulings-Untersuchungen aus den Jahren 2009/10 bis 2016/17 vom Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss dem Kataster- und Vermessungsamt, Abteilung Geodatenmanagement, zur Auswertung und Geocodierung zur Verfügung gestellt. Aufgabe der Abteilung Geodatenmanagement war es, die im CVS-Format vorliegenden Rohdaten für die weitere Verwendung aufzubereiten und in dem GIS-Programm MapInfo/GeoAS als Punkte zu georeferenzieren. Danach wurden sie auf Basis der kleinräumigen Gliederung räumlich strukturiert und in Korrelation mit ausgewählten gesundheitsrelevanten Merkmalen analysiert. Die so auf Stadtteilebene aggregierten Daten gewährleisten gemäß Datenschutz-Grundverordnung (DSVGO) die Anonymität der untersuchten Personen.

 

Die neu eingestellten Karten repräsentieren allerdings nur einen kleinen Teil der möglichen Abfragen und Darstellungsmodi. Neben Zeitreihenkarten für die Untersuchungsjahre 2009/10 bis 2016/17, die in Form von „Story-Maps“ im Videoformat einsehbar sind, können auch Graphen für die weitere Dokumentation der Zeitreihen für jedes Untersuchungsergebnis genutzt werden.

Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Visualisierung der Ergebnisse in Kartenform sowohl der Öffentlichkeit als auch dem Fachamt zugutekommt, dem die Analysen bisher nur tabellarisch vorlagen. Die Daten sind im Geo-Portal Rhein-Kreis Neuss unter dem Punkt „Gesundheit“ bisher für die jüngsten acht Untersuchungsjahre für Schulneulinge - 2009/2010 bis 2016/2017 - einsehbar.

 

Für die Zukunft bieten sich wichtige Erweiterungen der visualisierten Kreuzabfragen an. Zu denken ist hierbei etwa an mögliche Korrelationen zwischen Verkehrslärm, Feinstaubbelastung, Nitratbelastung im Grundwasser einerseits und Themen der Schulneulings-Untersuchung wie Hörstörungen, Aufmerksamkeitsfähigkeit und Koordinationsvermögen andererseits. So lassen sich im Sinne von inner- und interkommunaler Verwaltungstätigkeit in Zukunft frühzeitig Trends erkennen und Prognosen erstellen oder Handlungsoptionen ableiten, die sicherlich zu verbessernden Reaktionen führen.

Auch im Bereich der demografischen Entwicklung gibt es ein enormes Potenzial, Daten zu visualisieren und zu korrelieren. Nicht zuletzt können geografische Visualisierungen bei der Beurteilung von Epidemie-Verläufen - beispielsweise Grippe - oder Kinderkrankheiten und Ähnlichem helfen. Vorstellbar ist hierbei etwa der Aufbau von Karten mit Echtzeit-Daten und darüber hinaus die Möglichkeit, dass die Nutzenden des Geo-Portals selbst Abfragen durchführen und sich auf diese Weise eigene thematische Karten erstellen.

 

Nicht zuletzt wird durch das E-Health Projekt der Öffentlichkeit ein leistungsfähiges und zukunftsweisendes Informationsportal zugänglich gemacht. So hofft der Wirtschaftsstandort Rhein-Kreis Neuss mit seinen hervorragenden Standortbedingungen, durch diesen neuen Bürgerservice die zivilgesellschaftliche Partizipation in der Region zu fördern.