Infektionsbericht 2018

Betreff
Infektionsbericht 2018
Vorlage
50/3053/XVI/2019
Art
Bericht

Sachverhalt:

auch im Jahr 2018 gab es wieder eine Reihe von infektiologischen Besonderheiten im Kreisgebiet.

So blieb zu Beginn des Jahres die Grippewelle mit 1216 gemeldeten Erkrankungen nicht aus. Sie führte letztlich dazu, dass die Grippeschutzimpfung von der Bevölkerung aktuell erfreulicherweise intensiv in Anspruch genommen wurde und aus diesem Grunde möglicherweise auch bis dato kaum Infektionen auftraten. Nachvollziehbar ist aber auch der nunmehr entstandene Engpass bei den verfügbaren Impfstoffen, zumal eine geringere Produktionsmenge vorlag. 

Auffällig ist die Zunahme einer Infektion namens Legionärskrankheit (2017: 11; 2018: 14 Fälle). Diese erstmalig 1977 in Philadelphia aufgetretene Erkrankung wird durch Aerosole übertragen und kommt auch in Deutschland immer wieder gehäuft vor. Im Kreisgebiet lässt sich hierfür keine einheitliche Infektionsquelle ausmachen. Sowohl die Influenza (=Grippe) als auch die Legionellose wird durch Einatmen von infektiösen Partikeln übertragen.

Fäkalkeime wie Escherichia coli ziehen in den unterschiedlichsten Varianten häufig Beschwerden wie Brechdurchfall, Übelkeit, Flüssigkeitsverlust und Fieber nach sich.  Übertragungsmodi sind die Aufnahme verunreinigter Lebensmittel oder Kontakte zu kontaminiertem Material oder Personen.  Möglicherweise bedingt durch neue sensiblere labortechnische Nachweiseverfahren werden diese  inzwischen häufiger nachgewiesen. Dieser Sachverhalt wirkte sich nach Auffassung des Gesundheitsamtes auch auf die übermittelten Fallzahlen im Kreisgebiet aus (alle E. Colis 2017: 83; 2018: 79 Fälle).

Der Fokus der in Gemeinschaftseinrichtungen übertragenen Erkrankungen lag 2018 mit 297 Fällen (2017: 149) bei der Krätze, einer Erkrankung, die durch Milben verursacht wird. Bei keiner oder unsachgemäßer Behandlung sowie mangelnde Compliance des Patienten kann ein solches Krankheitsbild ausgesprochen hartnäckig verlaufen.

Das Gesundheitsamt bietet ebenso wie viele niedergelassene Ärzte auch eine kompetente reisemedizinische Beratung an. Infolge der zunehmenden Mobilität unserer Gesellschaft wird diese immer häufiger in Anspruch genommen. Tropenmedizinische Erkrankungen werden unter anderem durch Mücken als Vektoren übertragen. Beispiele hierfür sind die Malaria, Zika, Dengue, Chikungunya oder Gelbfieber. Gegen letztere Erkrankung existiert ein wirkungsvoller Impfschutz, der von autorisierten Stellen wie auch dem Gesundheitsamt angeboten wird. Die dortige Zunahme der Inanspruchnahme der Gelbfieber-Impfung ist ein Indikator für die auch im Kreisgebiet vorherrschende Reisefreudigkeit und Weltoffenheit der hiesigen Bürger.