Betreff
Erste Projektdarstellung Erhaltungs- und Vermittlungskonzept Limes; Stadt Neuss
Vorlage
68/3724/XVI/2020
Aktenzeichen
68.4-40.01-7-Limes
Art
Beschlussvorlage

Beschlussempfehlung:

Der Naturschutzbeirat erhebt keine grundsätzlichen Bedenken gegen die dargestellte Planung. Die Details sind zu gegebener Zeit im Befreiungsverfahren nach § 67 Abs. 1 BNatSchG zu entscheiden.

Sachverhalt:

(Unter Verwendung der Vorlage APS 95-2019 der Stadt Neuss)

 

Die Stadt Neuss beabsichtigt, ein Erhaltungs- und Vermittlungskonzept zum Neusser Limes zusammen mit dem Aachener Büro archigraphus zu erarbeiten. Ziel ist, die Wahrnehmbarkeit zu verbessern sowie aus einer „Mischung aus Erhaltung und Weiterentwicklung durch städtebaulich-freiraumplanerische Nutzung oder auch durch eine kreative Form“ die römische Vergangenheit „für die Zukunft erlebbar zu machen“. Ein Entwurf dieses Konzeptes liegt vor. Er wurde Ende 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt und  diskutiert. Die Erkenntnisse werden in die weitere Planung einfließen. Das Gesamtkonzept wird dann den zuständigen Gremien der Stadt zur Beratung vorgelegt.

 

Das Konzept umfasst den Verlauf der historischen Römerstraße zwischen Uedesheim und der Innenstadt Neuss. Besondere Vermittlungsstationen sind

 

·         Am Reckberg,

·         an der Erftbrücke,

·         im Rheinpark,

·         am Sporthafen und

·         an drei Orten der Kölner Straße vorgesehen.

 

An der Kölner Straße sollen Vermittlungsstationen am ehem. südlichen sowie am nördlichen Portal des Castrums und an der Kreuzung der Hauptstraßen in der Mitte des Lagers entstehen. Es sind die drei Leitthemen

 

1.    „Das Koenenlager-eine Blaupause römischer Legionslager“,

2.    „Der Reckberg - Kleiner Grenzverkehr“ und

3.    „Der Römische Rhein“

 

geplant. Diese sollen mit 7 Leitideen verknüpft werden:

 

1.    Fluchtlinien,

2.    Kulturebenen,

3.    Betrachtungsebenen,

4.    Dimensionen,

5.    pars pro toto,

6.    Nachwelt,

7.    Geschichte(n).

 

Die immaterielle Vermittlungsarbeit erfolgt in einem gesonderten Konzept im und durch das Clemens-Sels-Museum.

 

Sachstand Unterschutzstellung des Limes als UNESCO Welterbe:

 

Der Niedergermanische Limes soll in die internationale Liste schützenswerte Denkmäler aufgenommen werden. Der Niedergermanische Limes bildete 400 Jahre lang die Grenze des Römischen Imperiums am Rhein zwischen dem Vinxtbach im heutigen Rheinland-Pfalz und der Nordseeküste in den Niederlanden.

 

Die Liste der zur Eintragung vorgesehenen Denkmäler umfasst 24 Fundorte in 19 NRW-Kommunen. Am Vermittlungskonzept beteiligt sind zahlreiche Museen und Institutionen. Im Januar 2020 soll der gemeinsame Antrag von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und den Niederlanden eingereicht werden.

 

In den vergangenen Jahren sind viele Forschungen unter anderem vom Landschaftsverband Rheinland - Amt für Bodendenkmalpflege, Bonn -, angestellt worden, um das Projekt wissenschaftlich zu untermauern und die Kriterien für eine Eintragung als Welterbe zu erfüllen. Der LVR koordiniert federführend für NRW die Antragstellung und ist zentraler Ansprechpartner für die Kommunen. Die einzelnen Kommunen entwickeln unter Berücksichtigung eines übergeordneten Leitkonzeptes eigene Ideen und Vorschläge, wie dann die jeweiligen Abschnitte, Fundorte und Bereiche präsentiert werden sollen.

 

Die Stadt Neuss beabsichtigt mit dem Konzept zur Erhaltung, Sichtbarmachung und Vermittlung - über die Erfüllung der Kriterien für die Eintragung des Limes als Welterbe hinaus - das Leben der Römer in Neuss allgemein präsent zu machen.

Das Konzept und seine Berührungspunkte zu Natur und Landschaft, namentlich zu besonders geschützten Teilen von Natur und Landschaft, wird in der Sitzung vorgestellt und erläutert. Der Vorlage sind einstweilen die Kartendarstellungen aus der o. g. Vorlage der Stadt Neuss beigefügt.

 

Es ist absehbar, dass für verschiedene Projekte im Bereich besonders geschützter Teile von Natur und Landschaft ein naturschutzrechtliches Befreiungsverfahren nach § 67 Abs. 1 BNatSchG durchgeführt werden muss. Dies erfolgt zu gegebener Zeit.