Betreff
Kooperative Ingenieurausbildung am Berufsbildungszentrum Neuss-Hammfeld
Vorlage
40/0268/XV/2010
Art
Beschlussvorlage

Beschlussempfehlung:

Der Schulausschuss befürwortet den Vorschlag der IHK Mittlerer Niederrhein zur Kooperativen Ingenieurausbildung und beauftragt die Verwaltung, die erforderlichen Gespräche mit der Bezirksregierung Düsseldorf zu führen.

 

Unter der Voraussetzung, dass die Bezirksregierung dem Konzept der Kooperativen Ingenieurausbildung mit begleitendem Berufsschulunterricht zustimmt, empfiehlt der Schulausschuss dem Kreistag, die Änderung der entsprechenden Bildungsgänge am Berufsbildungszentrum Neuss-Hammfeld zum Schuljahr 2010/2011 zu beschließen. Der Beschluss soll auch für die Folgejahre gelten.

 

Sachverhalt:

Die Hochschule Niederrhein bietet seit 1982 die Kooperative Ingenieurausbildung an. Diese ist gekennzeichnet durch ein zeitliches Nebeneinander von Berufsausbildung und Studium. Sie ist für Abiturienten entwickelt worden, die sich das für das Studium erforderliche praktische Wissen nicht nur durch Praktika, sondern durch eine Ausbildung in einem technischen Beruf aneignen möchten.

 

Zurzeit gliedert sich die Kooperative Ingenieur-Ausbildung, die die Hochschule Niederrhein in Zusammenarbeit mit der IHK durchführt, in eine zweijährige Berufsausbildung mit begleitendem Studium und 4 Semestern Vollzeitstudium. In der Phase der Berufsausbildung arbeiten die Auszubildenden drei Tage pro Woche im Betrieb. An zwei Tagen pro Woche studieren sie an der Hochschule. Von der Berufsschulpflicht sind die Studierenden befreit. Sie erhalten allerdings ein Angebot zur Vorbereitung auf die IHK-Prüfung. Für die Studierenden ist die Teilnahme an dem Vorbereitungskurs, der von Dozenten der IHK durchgeführt wird, freiwillig.

 

Die IHK schlägt nun vor, ab dem Wintersemester 2010/2011 die Prüfungsvorbereitung für sie als Berufsschulunterricht an das BBZ Neuss-Hammfeld zu verlagern. Die Studierenden würden offiziell als Schüler des Berufskollegs geführt. Anders als bisher fände der Vorbereitungskurs für die Studierenden verpflichtender Unterricht, der im 14-tägigen Rhythmus jeweils samstags für 8 Stunden à 45 Minuten statt. Die Prüfungsvorbereitung am BBZ Neuss-Hammfeld beträfe nur Studierende, die einen Metall- oder Elektroberuf erlernen.

 

Die IHK verspricht sich von ihrem Vorschlag eine effektivere Prüfungsvorbereitung, da der Unterricht durch Lehrkräfte erteilt würde und die Teilnahme obligatorisch wäre. Der Vorteil für das BBZ bestände darin, dass die Schule rund 140 zusätzliche Schüler bekäme und Anspruch auf zusätzliche Lehrerstellen hätte.

 

Das Vorhaben setzt voraus, dass die Bezirksregierung Düsseldorf diese Form des Berufsschulunterrichts genehmigt und die entsprechenden Lehrerstellen bereit stellt. Darüber hinaus ist gemeinsam mit der Bezirksregierung zu prüfen, ob die Errichtung zusätzlicher Fachklassen beantragt und die Zügigkeit bestehender Fachklassen erhöht werden müsste.